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Christoph Metzelder Stiftung

Motivation

Mit Ihrer Stiftung engagieren Sie sich für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Was hat Sie dazu bewogen?

Ende 2006 habe ich die Christoph Metzelder Stiftung gegründet. Meine Eltern haben mir schon früh vermittelt, an diejenigen zu denken, denen es schlechter geht. Deswegen habe ich seit dem Beginn meiner Profikarriere unterschiedlichste Hilfsprojekte und gemeinnützige Organisationen unterstützt. Dabei wurde mir immer mehr bewusst, dass ich ein eigenes Projekt auf die Beine stellen möchte. Gerade die Zeit im Ruhrgebiet und die Begegnung mit vielen jungen Menschen hat mir gezeigt, dass ich mich für diese Altersgruppe engagieren möchte. In den letzten sieben Jahren konnte ich so mit meiner Stiftung deutschlandweit verschiedene Vorhaben umsetzen. Mittlerweile begleiten wir täglich 500 Kinder und Jugendlich in 15 Projekten auf ihrem Lebensweg.

 

Sie setzen sich u.a. für gleiche Bildungschancen von Jugendlichen ein.

Auch wenn jedes Kind in Deutschland das Recht auf eine Schulbildung hat, wächst die Zahl derer, die aus unterschiedlichsten Gründen die Schule nicht erfolgreich absolvieren können und denen somit schon beim Start ins Leben viele Möglichkeiten verwehrt bleiben. Es ist z.B. erschreckend, dass mittlerweile jeder fünfte Jugendliche in unserem Land Analphabet ist – Tendenz steigend. Bildung ist der wichtigste “Rohstoff” unserer Gesellschaft und ermöglicht jungen Menschen ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Aus diesem Grund liegen mir gerechte Bildungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen besonders am Herzen.

 

Welche Projekte unterstützt die Christoph Metzelder Stiftung konkret?

Die Stiftung fördert Bildungs- und Ausbildungsprojekte, setzt sich für mehr Integration ein und will Kinderarmut und deren Auswirkungen bekämpfen. In allen Bereichen steht die individuelle Entwicklung von jungen Menschen im Fokus unserer Arbeit.  Bei den Kleinsten in unseren Projekten geht es darum, den Anschluss in der Schule wiederherzustellen und wieder „Freude“ am Lernen zu erfahren. Wenn ich den Stoff verstehe, beteilige ich mich am Unterricht und empfinde keine Angst oder Scham. Deswegen unterstützen wir im Bereich Bildung vor allem Projekte, bei denen schulische Defizite aufgearbeitet werden. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt „fit for future“ in Hamm. Durch die individuelle Arbeit mit den Mädchen und Jungen stellen sich schnell Erfolge und Notenverbesserungen ein. Bei den Jugendlichen geht es ganz konkret um den Schulabschluss und die Suche nach einem Ausbildungsplatz. So begleiten z.B. die „Ausbildungspaten Recklinghausen“  und die „Paten für Arbeit in Essen“  im Ruhrgebiet Jugendliche während dieser Zeit in Form einer Patenschaft und stehen ihnen vor und während der Ausbildungszeit beratend zur Seite. Angesichts der erschreckenden Entwicklung, dass mittlerweile jedes vierte Kind in Deutschland in Armut aufwächst, haben wir Mitte 2011 mit dem Projekt „MahlZeit“ eine kostenlose Essenstafel für Kinder und Jugendliche ins Leben gerufen, welche wir mittlerweile in vier Einrichtungen anbieten. Darüber hinaus ermöglichen wir mit „Steps“ seit Oktober 2011 Jugendlichen aus unseren Förderprojekten auch eine ganz besondere Ferienfreizeit, in der sie nicht nur schulische Defizite aufarbeiten, sondern auch eine schöne Zeit mit Freunden verbringen können.

 

Erhalten Sie häufig Feedback von Kindern und Jugendlichen, die von der Unterstützung durch Ihre Stiftung profitiert haben?

Seit der Gründung der Stiftung ist es mir besonders wichtig, regelmäßig die Kinder und Jugendlichen in unseren Förderprojekten zu besuchen und Zeit mit ihnen zu verbringen. Ein Erlebnis ist mir in all den Jahren besonders in Erinnerung geblieben: In den Herbstferien hatten wir einige Kinder aus dem benachbarten Essen-Katernberg zu einem Tag „auf Schalke“ mit Stadionführung und Trainingsbesuch eingeladen. Nach dem Training habe ich mich mit den Kids getroffen und ein Junge kam zu mir und sagte: „Metze, vielen Dank für diesen schönen „Urlaub““. Der Nachmittag, ein paar Kilometer vom eigenen Zuhause entfernt, war für ihn wie Urlaub. Das hat mich sehr tief berührt und mir gleichzeitig vor Augen geführt, wie unterschiedlich doch unsere Wahrnehmungen sind. Das hat mich einerseits Demut gelehrt und war gleichzeitig Antrieb, weiterzumachen.

 

Welche Erfahrungen, Werte und Fertigkeiten können Sie als Ex-Fußballprofi an die jungen Menschen weitergeben?

Die vergangenen 13 Jahre haben mir gezeigt, dass man stets mutig, neugierig und lernbereit sein sollte, um die Welt zu entdecken und seinen eigenen Traum zu leben.  Dies wünsche ich mir auch für die Mädchen und Jungen in unseren Förderprojekten, dass sie durch unsere Unterstützung ihre eigenen Fähigkeiten erkennen, an diesen arbeiten und so erfolgreich ihren Weg gehen.

 

Wie sehen Sie sich in der Stiftung persönlich in der Verantwortung?

Die Stiftung trägt meinen Namen und deswegen fühle ich mich vor allem auch den vielen Spendern gegenüber in der Pflicht, verantwortungsvoll mit den Spenden umzugehen. Das beginnt schon damit, dass ich jedes Jahr selber mit einem großen Betrag voran gehe. Mir ist wichtig, dass ich die Kosten, die die Stiftung für die Organisation von Events oder die Verwaltung hat, selber trage, so dass die Spenden Dritter zu 100 Prozent in die Projektarbeit gehen können.

 

Ein Blick in die Zukunft der Stiftung – wo soll sie denn 2016 zum zehnjährigen Jubiläum stehen?

Natürlich hoffe ich, dass die Stiftung sich so weiterentwickelt, wie in den vergangenen Jahren. Ganz besonders würde ich mich aber freuen, nach zehn Jahren den ein oder anderen wiederzusehen, der es aus unseren Projekten raus ins Berufsleben geschafft und vielleicht schon eine eigene Familie gegründet hat.