Firas kommt aus Syrien, lebt seit einem Jahr in Deutschland und kommt regelmäßig ins Kinder- und Jugendhaus BOLLE. Dort stehen den Kindern täglich verschiedene Lern- und Unterstützungsangebote mit Hilfe von Mitarbeitern in der Bildungstankstelle zur Verfügung, z.B. können sie Hausaufgaben machen, für bevorstehende Klassenarbeiten lernen oder durch Lernspiele ihr Wissen erweitern.

Als Firas zu BOLLE kommt, erzählt er immer wieder, er habe keine Hausaufgaben auf. Mit dem Wissen, dass das nicht stimmt, spricht ein Mitarbeiter ihn an. „Ja ich habe Hausaufgaben“, gibt er zu, „aber es ist sehr schwierig.“ Der Mitarbeiter kann ihn überzeugen sich gemeinsam den Aufgaben zu widmen. Aufgrund seines eingeschränkten deutschen Vokabulars, braucht er viel Unterstützung, um die Aufgaben der 5. Klasse bewältigen zu können. Als Firas am nächsten Tag zu BOLLE kommt, ruft er dem Mitarbeiter zu: „Ich habe viele Hausaufgaben, ich komme direkt.“.

In der darauffolgenden Zeit besucht er regelmäßig die Bildungstankstelle und nimmt die Hilfe der Mitarbeiterinnen gerne an. Er arbeitet häufig ein oder zwei Stunden und manchmal sogar noch länger konzentriert an den Hausaufgaben, da zum Verständnis der Aufgabenstellungen viele Worterklärungen notwendig sind. Den Vorschlag nach längerer Zeit das Arbeiten zu beenden, da er schon sehr viel gemacht hat und ihm auch die Teilnahme an den Freizeitangeboten zu ermöglichen, lehnt er vehement ab. Er möchte alle Aufgaben fertig stellen.

An einem Tag spielt Firas mit den jüngeren Jungs Fußball. Als einer der Kleineren seine Hausaufgaben nicht machen möchte, entgegnete Firas ihm: „Doch, du musst Hausaufgaben machen, danach kannst du wieder mitspielen.“